23.03.09 / Verfasser: Daniel Fürst
Rund 60 Prozent der Finanzierungsmittel für deutsche Unternehmen werden von Kreditinstituten bereitgestellt. Die Bonitätsbeurteilung (Rating) ihrer Kreditkunden gehört daher schon immer zu den wichtigsten Kernkompetenzen der Banken. Die Basel II Regelungen haben die Ansprüche an das Risikomanagement und die Eigenkapitalausstattung der Banken signifikant verschärft. Aktuell lässt zusätzlich noch die internationale Finanzkrise die Anforderungen an Neukreditvergaben oder Prolongationen massiv steigen.
Eine Studie der Universität Erlangen-Nürnberg hat gerade die Aufmerksamkeit auf die meist immer noch unzureichende Finanzkommunikation zwischen Unternehmen und Kreditinstituten gelenkt. 520 mittelständische Unternehmen und 291 Kapitalgeber wurden befragt. Im Ergebnis beklagten die Kreditinstitute, dass 77 % der Unternehmen nur eine durchschnittliche Finanzkommunikation betrieben. Fast 40 % der Unternehmen empfinden Gespräche mit Kreditinstituten als lästig. 65 % der Befragten suchten daher nur einmal pro Jahr Kontakt zu ihrer Bank. Fast die Hälfte der Mittelständler lege bislang ausschließlich den Jahresabschluss vor.
Selbstverständlich spielen immer noch die harten Fakten aus der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung im Ratingprozess eine gewichtige Rolle. Aber auch die quantitativ nicht messbaren Softfacts stellen einen kritischen Punkt im Ratingverfahren dar. Dabei kann es sich um die Beurteilung der Qualität des Managements oder des Vertriebs handeln, aber auch um die Einschätzung des Marktes oder der Wettbewerbssituation. Diese qualitativen Bereiche werden teilweise stärker gewichtet als die messbaren Zahlen. Auffallend ist, dass über drei Viertel der Firmenchefs der Meinung sind, sie wären über die Anforderungen an gute Finanzkommunikation ausreichend informiert. Dagegen stellte lediglich die Hälfte der Firmenkundenberater ihren Kunden ein gutes Zeugnis aus.
Dabei könnten Unternehmen mit einer qualifizierten Kommunikationsstrategie durchaus Vorteile in der Bonitätsbeurteilung erreichen. Die unaufgeforderte, vollständige, nachvollziehbare und aktuelle Bereitstellung aller erforderlichen Unterlagen ist ein erster Schritt in die richtige Richtung und wirkt als vertrauensfördernde Maßnahme.
Ein qualifiziertes Bankenreporting kann maßgeblich dazu beigetragen, dass die persönliche Kreditwürdigkeit höher eingestuft wird und sich infolgedessen Bankfinanzierungen einfacher oder zu günstigeren Konditionen erreichen lassen.
Für Fragen steht Ihnen Ihr Ansprechpartner gerne zur Verfügung:
Herr Daniel Fürst
Telefon: 0911-8609295
Email: d.fuerst@ub.fuerst-beratung.de